Evangelische Freikirche Köln
Eine internationale Gemeinde, in der Menschen aus über 40 Nationen ihre geistliche Heimat gefunden haben.
Wenn Mauern zwischen uns stehen
Manche Konflikte sind so festgefahren, dass die Fronten wie verriegelte Burgen wirken. Wenn Bitterkeit eingezogen ist, hilft kein Argumentieren mehr. Die Bibel beschreibt dies drastisch: 'Ein Bruder, der betrogen wurde, ist unzugänglicher als eine befestigte Stadt.' Wer sich betrogen fühlt, baut Mauern um sein Herz und verriegelt die Tore. Versöhnung scheint unmöglich. Doch Gottes Wort lässt uns nicht ohne Hoffnung. Es zeigt einen Ausweg: die Hilfe von außen. Der Puritaner Matthew Henry schrieb: 'Es ist besser in einem Konflikt etwas von seinem Recht aufzugeben und Frieden zu haben, als auf seinem vollen Recht zu bestehen und die Gemeinschaft zu zerstören.' In festgefahrenen Konflikten brauchen wir Menschen, die Gottes Willen suchen und uns helfen, ihn zu erkennen. Gott hat uns nicht allein gelassen – er hat uns seine Gemeinde und weise Leiter gegeben.
Bitte Gott, dein verhärtetes Herz zu erweichen und dich für Versöhnung zu öffnen, auch wenn es schwerfällt.
Gibt es in meinem Leben einen Konflikt, in dem ich Mauern um mein Herz gebaut habe?
Aufnahme vom 8. März 2026
Auf dem Boden der Tatsachen?! // Andre Töws
Christen sind aufgerufen, nicht in Überheblichkeit und geistlicher Schwärmerei abzuheben, sondern auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Der Weg echter Christusnachfolge ist der Kreuzesweg - ein Weg der Demütigung, des Leidens und der Bereitschaft, für Jesus alles aufzugeben, nicht ein Leben in Glanz, Glamour und weltlicher Anerkennung.
Hauptthemen
(4)
1. Die Verabschiedung vom Boden der Tatsachen in Korinth
- • Die Korinther waren überheblich geworden und hatten eine ungesunde Hochschätzung weltlicher Weisheit und Rhetorik
- • Sie hatten Fanclubs um einzelne Prediger gebildet und Spaltungen verursacht
- • Sie betonten das 'schon jetzt' der Erlösung auf Kosten des 'noch nicht' und fielen in Schwärmerei
- • Ihre theologische Abgehobenheit führte dazu, dass sie die Realität des christlichen Lebens mit seinen Nöten und Kämpfen ignorierten
2. Die Alltagsrealität der Apostel auf dem Boden der Tatsachen
- • Paulus beschreibt die Apostel als 'die Letzten', wie zum Tod bestimmt in der Arena dieser Welt
- • Sie erlebten Hunger, Durst, Mangel an Kleidung, körperliche Misshandlung und hatten keine feste Wohnung
- • Sie arbeiteten mit ihren eigenen Händen als Handwerker, was gesellschaftlich nicht angesehen war
- • Trotz Verfolgung, Schmähung und Lästerung reagierten sie mit Segen, Geduld und Feindesliebe - wie Jesus
- • Sie waren für die Welt 'wie der letzte Dreck' - Unrat und Abschaum
3. Der Kreuzesweg als Normalfall christlichen Lebens
- • Der Platz wahrer Christen in dieser Welt ist nie ein Podest, sondern eine Arena
- • Verfolgung ist der Normalfall im Leben eines Christen, nicht die Ausnahme
- • Jesus hat verheißen: 'Haben sie mich verfolgt, werden sie euch verfolgen'
- • Christen sind in dieser Welt Fremdlinge und werden immer Fremdkörper bleiben
- • Echtes Christsein zeigt sich nicht in der Verungeistlichung negativer Umstände, sondern in einer christusähnlichen Reaktion darauf
4. Der Rückruf auf den Boden der Tatsachen
- • Paulus ermahnt die Korinther in Liebe als ihre geliebten Kinder
- • Er ruft sie auf, seine Nachahmer zu werden und seinem Beispiel zu folgen
- • Er sendet Timotheus, um sie an die Wege in Christus zu erinnern
- • Er macht deutlich, dass Kraft nicht in Rhetorik und weltlicher Weisheit liegt, sondern im Evangelium
- • Überheblichkeit und Stolz sind ein Riesenproblem, das nicht kleingeredet werden darf
Biblische Grundlagen
Direkt zitiert
Dies aber, Brüder, habe ich auf mich und Apollos gedeutet um euretwillen, damit ihr an uns lernt, nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht... Denn mir scheint, dass Gott uns, die Apostel, als die Letzten hingestellt hat, wie zum Tod bestimmt... Wir sind Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus... Bis zur jetzigen Stunde leiden wir sowohl Hunger als auch Durst und sind nackt und werden mit Fäusten geschlagen... Geschmäht segnen wir, verfolgt dulden wir, gelästert reden wir gut zu... Wie Unrat der Welt sind wir geworden, ein Abschaum aller bis jetzt... Ich schreibe dies nicht, um euch zu beschämen, sondern ich ermahne euch als meine geliebten Kinder... Seid meine Nachahmer... Was wollt ihr? Soll ich mit der Rute zu euch kommen oder in Liebe und im Geist der Sanftmut?
Denn Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn
Weitere Referenzen
- → Apostelgeschichte 18
Praktische Anwendung
(5)
- 1 Bereite dich auf Verfolgung vor: Entwickle eine gute Leidenstheologie und sei dir bewusst, dass Verfolgung der Normalfall im Leben eines Christen ist. Erwarte nicht, ohne Anfechtung durchs Leben zu gehen.
- 2 Überschlage die Kosten der Nachfolge: Jesus geht es nicht um eine schnelle emotionale Entscheidung, sondern um eine gut überlegte Nachfolge. Sei bereit, für Jesus zu leiden und alles aufzugeben - er ist es wert.
- 3 Nimm Stolz und Überheblichkeit ernst: Rede die Sünde der Überheblichkeit nicht klein, nur weil viele damit zu kämpfen haben. Erkenne es als Riesenproblem an und sei bereit, dafür zu sterben.
- 4 Reagiere christusähnlich auf Leiden: Wenn du geschmäht wirst, segne. Wenn du verfolgt wirst, dulde. Wenn du gelästert wirst, rede gut zu. Der Heilige Geist kann dich zu übernatürlicher Feindesliebe befähigen.
- 5 Sterbe für dein altes Leben: Begib dich neu auf den Kreuzesweg. Stirb für deine Überheblichkeit, für ein Leben in Glanz und Glamour, für dein eigenes Ego und deine persönlichen Lebensvorstellungen - für den einen, der sein Leben für dich gelassen hat.