Gemeinde Berg-Nordhorn
Der Berg ist eine bibeltreue evangelische Freikirche reformierten Bekenntnisses. Geprägt von Gottes Wort und Gnade.
Nicht über andere erheben
Jesus warnt uns: 'Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welchem Urteil ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden.' Beim Richten erheben wir uns über andere. Wir kommen uns besser vor. Selbst wenn wir das nur in Gedanken tun, kann diese Überheblichkeit andere verbittern und eine Spirale des gegenseitigen Urteilens in Gang setzen. Doch Jesus ist nicht als Richter, sondern als Retter gekommen. Er wurde gerichtet, damit wir nicht gerichtet werden müssen. Deshalb können wir seine Worte neu hören: 'Richtet nicht, weil ihr nicht gerichtet seid. Mit welchem Maß ihr bemessen wurdet, bemesst andere.' Martin Luther beschrieb es so: Er hänge sich an Christus wie die Sünderin, und Christus sage zum Vater: 'Dieses Anhängsel muss auch durch. Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlupfen.' Mit dieser Haltung sollen wir anderen begegnen.
Danke, Jesus, dass du mich nicht verurteilst, sondern gerettet hast. Hilf mir, andere mit deinen Augen der Barmherzigkeit zu sehen.
Wie würde sich mein Urteil über andere verändern, wenn ich mir bewusst mache, dass Christus auch für sie gesagt hat: 'Ich starb auch für ihn/sie'?
Aufnahme vom 4. Februar 2026
Christen leben anders | Mt 5,38-48 | Paul Koch
Christen leben anders, weil sie durch Jesus Christus innerlich erneuert wurden. Diese Erneuerung zeigt sich nicht in moralischer Überlegenheit, sondern in einer grundlegend veränderten Haltung gegenüber sich selbst, den Mitmenschen und sogar den Feinden, die aus der angenommenen Liebe Gottes hervorgeht.
Hauptthemen
(3)
1. Von der Abkehr der Selbstliebe
- • Das alttestamentliche Gesetz 'Auge um Auge, Zahn um Zahn' sollte Gerechtigkeit sicherstellen und verhindern, dass man härter zurückschlägt als man getroffen wurde
- • Jesus fordert eine ganz andere Reaktion: nicht mit gleicher Münze heimzahlen, sondern dem Bösen nicht widerstehen
- • Vier Bereiche betroffen: Ehre (die andere Wange hinhalten), Recht (auch das Oberkleid geben), Zeit (zwei Meilen statt einer gehen), Geld (geben, was nötig ist)
- • Wir leben oft in dem Denken, dass uns alles zusteht - unsere Ehre, unser Recht, unsere Zeit, unser Geld
- • Jesus lehrt: Verzichte auf diese Dinge, auch wenn sie manchmal ausgenutzt werden; nimm dich selbst nicht so wichtig
- • Wir sind bei allem, was Gott uns irdisch gegeben hat, nicht Besitzer, sondern nur Verwalter
2. Von der Hinwendung zur Feindesliebe
- • Das Alte Testament ruft an keiner Stelle zum Feindes-Hass auf, sondern fordert sogar Hilfe für Feinde
- • Jesus geht weiter: 'Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen'
- • Liebe ist nicht primär ein Gefühl, sondern eine Entscheidung - schauen, was der andere benötigt
- • Liebe handelt, auch wenn das Herz mit dem Gefühl hinterherhinkt
- • Gottes Liebe gibt nicht das zurück, was der andere wert ist, sondern verschenkt sich selbst
- • Das wichtigste Mittel der Feindesliebe ist das Gebet für die, die uns verfolgen
- • Es ist fast unmöglich, dauerhaft für jemanden zu beten und ihn gleichzeitig zu hassen
3. Von der Annahme der Gottesliebe
- • Wir können aus uns heraus die Feindesliebe nicht leben - Jesus will diese Einstellung in uns bewirken
- • Die Begründung ist: 'Ihr sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist'
- • Das Kreuz beweist am deutlichsten, dass Gott so ist - Stellvertretung, nicht nur Vorbild
- • Unsere Feindesliebe ist nicht die Ursache unserer Rettung, sondern die Frucht davon
- • Das Evangelium verändert Menschen nicht nur, sondern schafft vollständig neue Menschen
- • Die entscheidende Frage: Habe ich diese Liebe Gottes angenommen?
- • Paulus' Zeugnis: 'Ich bin mit Christus gekreuzigt, nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir'
- • Georg Müller starb dem eigenen Ich - seinen Meinungen, Vorzügen und seinem Willen
Biblische Grundlagen
Direkt zitiert
Ihr habt gehört, dass gesagt ist, Auge um Auge und Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, widersteht nicht dem Bösen, sondern wer dich auf deine rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin. Und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Untergewand nehmen will, dem lass auch das Oberkleid. Und wer dich zwingen will, eine Meile mitzugehen, mit dem geht zwei. Gib dem, der dich bittet, und weise den nicht ab, der von dir borgen will. Ihr habt gehört, dass gesagt ist, du sollst deinen Nächsten lieben und seinen Feind hassen. Ich aber sage euch, liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters werdet, der in den Himmeln ist. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe? Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.
Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe doch nun nicht lebe ich, sondern Christus lebt in mir.
Weitere Referenzen
- → Psalm 24
Praktische Anwendung
(5)
- 1 Prüfe deine Grundhaltung in vier Bereichen: Reflektiere dein Leben in Bezug auf Ehre, Recht, Zeit und Geld. Frage dich, wo du meinst, dass dir diese Dinge allein zustehen und nur du darüber verfügen darfst.
- 2 Bete gezielt für schwierige Menschen: Nimm dir zwei bis drei Menschen in deinem Umkreis vor, die dir das Leben schwer machen, und bete in den nächsten Wochen ganz aktiv für sie. Das Gebet ist ein Gnadenmittel, das oft zuerst dein eigenes Herz verändert.
- 3 Lebe als treuer Verwalter, nicht als Besitzer: Erkenne an, dass alles Gott gehört und du nur Verwalter bist. Frage nicht 'Wie viel muss ich geben?', sondern 'Was darf ich noch behalten?'
- 4 Entscheide dich für die Liebe, unabhängig vom Gefühl: Verstehe Liebe als Entscheidung und Handlung, nicht nur als Gefühl. Schaue, was der andere (auch dein Feind) benötigt, und handle danach, auch wenn dein Gefühl noch nicht mitkommt.
- 5 Beantworte die Grundentscheidung deines Lebens: Kläre für dich persönlich die entscheidende Frage: Habe ich die Liebe Gottes, die am Kreuz sichtbar wurde, angenommen? Diese Grundentscheidung ist die Voraussetzung für ein verändertes Leben.