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St. Martini Gemeinde zu Bremen

Martinikirchhof 3 28195 Bremen

Die St. Martini Gemeinde bekennt sich in Lehre und Ordnung zur ganzen, unverfälschten Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, dem einzig wahren und unfehlbaren Gotteswort, wie es durch die Reformation neu erschlossen worden ist.

Täglicher Impuls
Mittwoch

Das Wort Gottes - Quelle des Trostes

Der erste und wichtigste Weg zum Trost ist das Hineinschauen in Gottes Wort. 'Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben', schreibt Paulus. Die Bibel ist voll von Trostworten. Die Psalmen besonders sprechen direkt in unsere Ängste und Nöte hinein. 'Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir' - solche Worte sind keine fromme Theorie, sondern bewährte Wahrheiten, die unzähligen Menschen durch dunkle Zeiten geholfen haben. Aber Gottes Wort wirkt nur, wenn wir es auch lesen und hören. Es genügt nicht, eine Bibel im Regal stehen zu haben. Wir müssen uns Zeit nehmen, darin zu lesen, es zu studieren, darüber nachzudenken. Wenn wir das tun, werden wir neu ausgerichtet, bekommen klare Sicht und neue Kraft für unseren Weg.

Römer 15,4
Gebet

Bitte Gott, dir ein größeres Verlangen nach seinem Wort zu geben und durch die Schrift zu dir zu sprechen.

Herausforderung

Wie regelmäßig nimmst du dir Zeit, Gottes Wort zu lesen? Was könnte dir helfen, dies zu einer festen Gewohnheit zu machen?

"

Aufnahme vom 4. März 2026

Predigt

Bibelstunde am 04.03.2026 - Priester in der Bibel 6. Stunde: Jesus

Mittwoch, 4. März 2026
Lukas 24,50-52
Kernaussage

Jesus Christus ist unser wahrer und endgültiger Hohepriester, der durch sein einmaliges Opfer am Kreuz das alttestamentliche Priestertum erfüllt und beendet hat. Er segnet seine Gemeinde, schafft Zugang zu Gott, versöhnt uns durch sein Opfer und tritt fürbittend für die Seinen ein.

In dieser Bibelstunde behandelt Pastor Latzel das Priestertum Jesu Christi, besonders seine Rolle als Hohepriester. Er beginnt mit der Himmelfahrtsgeschichte aus Lukas 24, wo Jesus seine Jünger segnet. Latzel erklärt die Unterschiede zwischen dem levitischen Priestertum des Alten Bundes und dem vollendeten Priesterdienst Jesu. Ein Schwerpunkt liegt auf dem hohepriesterlichen Gebet aus Johannes 17, das Jesus unmittelbar vor seiner Kreuzigung spricht. Der Pastor zeigt auf, wie Jesus als wahrer Hohepriester den Zugang zu Gott herstellt, durch sein Opfer versöhnt, Fürbitte leistet und seine Gemeinde segnet. Dabei macht er deutlich, dass mit Jesus das alttestamentliche Priestertum sein Ende und seine Erfüllung findet. Latzel erarbeitet acht zentrale Punkte aus dem hohepriesterlichen Gebet: die Kenntnis des Namens Gottes, die Gemeinde als Eigentum Jesu, das Wort Gottes, die Bewahrung vor dem Bösen, die Wahrheit in Christus, die Einheit der Gläubigen, die Heiligung und die Herrlichkeit. Er betont, dass diese Privilegien ausschließlich der Gemeinde Jesu gelten und sie von der Welt unterscheiden. Die Bibelstunde ordnet sich in eine größere Reihe zum Thema Priestertum ein und bereitet die folgende Stunde über das Priestertum aller Gläubigen vor.

Hauptthemen (5)

1. Der Segen Jesu bei der Himmelfahrt

  • Jesus führt die Jünger hinaus nach Bethanien zum Segen
  • Jesus segnet die Gemeinde als wahrer Hohepriester
  • Die gesegnete Gemeinde betet Jesus an
  • Der Segen mündet in den Shalom, den Frieden Gottes
  • Nur Jesus selbst segnet durch menschliche Gefäße, nicht der Mensch selbst

2. Das Hohepriesteramt im Alten Bund

  • Der Hohepriester hatte die höchste Funktion am Tempel
  • Er kam aus der Nachfolge Aarons aus dem Stamm Levi
  • Nur der Hohepriester durfte einmal jährlich am Yom Kippur ins Allerheiligste
  • Das Hohepriesteramt hatte auch politische Funktion
  • Mit Jesus endet das alttestamentliche Priestertum endgültig

3. Die drei Ämter Jesu Christi

  • Jesus ist Prophet: Er offenbart Gottes Willen vollkommen
  • Jesus ist Hohepriester: Er erlöst uns durch sein einmaliges Opfer
  • Jesus ist König: Er regiert uns mit seinem Wort und Geist
  • Diese drei Ämter erfüllen alle alttestamentlichen Verheißungen

4. Die priesterliche Funktion Jesu

  • Jesus stellt den Zugang zu Gott her - er ist der Weg zum Vater
  • Jesus versöhnt durch sein Opfer das schuldig gewordene Volk mit Gott
  • Jesus leistet Fürbitte bei Gott für die Seinen
  • Jesus segnet die Seinen
  • Sein Opfer ist ein für allemal geschehen und muss nicht wiederholt werden

5. Das hohepriesterliche Gebet (Johannes 17)

  • Kenntnis des Namens des Vaters: Jesus offenbart den heiligen Namen Jahwe
  • Die Gemeinde ist Eigentum Jesu: Der Vater hat sie dem Sohn gegeben
  • Die Gemeinde hat das Wort: Sie bewahrt und lebt aus Gottes Wort
  • Bewahrung vor dem Bösen: Jesus bittet um Schutz vor dem Widersacher
  • Die Wahrheit: Jesus ist die Wahrheit, die Gemeinde wird in ihr geheiligt
  • Die Einheit: Jesus bittet um Einheit der Gläubigen untereinander
  • Die Heiligung: Jesus heiligt sich selbst für die Gemeinde
  • Die Herrlichkeit: Jesus gibt der Gemeinde die Herrlichkeit, die er beim Vater hat

Biblische Grundlagen

Direkt zitiert

Lukas 24,50-52

Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude.

Hebräer 10,19-22

Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist durch das Opfer seines Leibes, und haben einen hohen Priester über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unserem Herzen und gelöst von dem bösen Gewissen, gewaschen am Leib mit reinem Wasser.

Hebräer 7,27

Jesus hat es nicht nötig, wie jene hohe Priester täglich zuerst für die eigenen Sünde Opfer darzubringen und dann für die des Volkes, denn er hat es ein für allemal getan, als er sich selbst opferte.

Johannes 17,1-26

[vollständiger Text des hohepriesterlichen Gebets wurde vorgelesen]

Epheser 1,3

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.

Weitere Referenzen

  • 4. Mose 6 (Aaronitischer Segen)
  • Johannes 1
  • Johannes 14-16 (Abschiedsreden)
  • Heidelberger Katechismus, Frage 31
  • 2. Mose 3 (Offenbarung des Namens Jahwe)

Praktische Anwendung (6)

  • 1 Die Bedeutung des biblischen Segens erkennen: Achten Sie darauf, dass im Gottesdienst der biblische Segen (z.B. der aaronitische Segen) gesprochen wird. Dieser Segen kommt von Jesus selbst, nicht von Menschen, und führt in den Shalom Gottes.
  • 2 Sich der Zugehörigkeit zu Jesus bewusst werden: Leben Sie im Bewusstsein, dass Sie Eigentum Jesu sind. Bei allen Sorgen und Problemen dürfen Sie zum Eigentümer Ihres Lebens gehen, der sich um alles kümmert.
  • 3 Am Wort Gottes festhalten: Leben Sie aus dem Wort Gottes, bewahren Sie es, lernen Sie es und geben Sie es weiter. Das Wort unterscheidet die Gemeinde von der Welt.
  • 4 Die zentrale Frage nach der Wahrheit stellen: Fragen Sie sich: Was ist die Wahrheit meines Lebens? Die Wahrheit ist nicht ein System oder eine Ideologie, sondern die Person Jesus Christus.
  • 5 Einheit mit anderen Gläubigen leben: Jesus betet um Einheit seiner Gemeinde. Suchen Sie Gemeinschaft mit anderen Brüdern und Schwestern im Glauben, auch über Konfessionsgrenzen hinweg, wo echte Einheit in Christus möglich ist.
  • 6 In der Passionszeit das Opfer Jesu neu bedenken: Nutzen Sie die Passionszeit, um über das priesterliche Opfer Jesu nachzudenken - er ist für uns zum Opfer geworden, bittet für uns und segnet uns.