St. Martini Gemeinde zu Bremen
Die St. Martini Gemeinde bekennt sich in Lehre und Ordnung zur ganzen, unverfälschten Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, dem einzig wahren und unfehlbaren Gotteswort, wie es durch die Reformation neu erschlossen worden ist.
Sünde als Zielverfehlung
In der Passionszeit geht es um grundlegende Fragen unseres Glaubens: Sünde, Tod, Blut und Auferstehung. Die Sünde steht am Anfang, denn sie ist das zentrale Problem des Menschen. Das griechische Wort 'hamatia' bedeutet 'Zielverfehlung' – wir treffen das Ziel nicht, das Gott für unser Leben gesetzt hat. Gott hat einen klaren Plan für unser Leben und zeigt uns, wie die Dinge funktionieren sollen. Wenn wir sündigen, gehen wir einen anderen Weg und verfehlen das Ziel. Es spielt dabei keine Rolle, wie weit wir daneben liegen – wie beim Fußball macht es keinen Unterschied, ob der Ball zwei Zentimeter oder zwei Meter am Tor vorbeigeht. Ziel verfehlt ist Ziel verfehlt, kein Tor ist kein Tor. Das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner zeigt uns: Der Pharisäer bilanziert sein Leben selbst und vergleicht sich mit anderen. Doch vor Gott zählt nur eines: 'Gott, sei mir Sünder gnädig.' Nur wer seine Zielverfehlung erkennt, kann Gnade empfangen.
Bitte Gott, dir die Augen zu öffnen für deine Zielverfehlung und danke ihm für seine Gnade, die größer ist als alle Sünde.
In welchen Bereichen meines Lebens verfehle ich das Ziel, das Gott für mich gesetzt hat, ohne es vielleicht zu merken?
Aufnahme vom 11. Januar 2026
Predigt vom 11.01.2026 - Über eine heilige/unheilige Familie
Auch in Familien, die zu Gott gehören, gibt es Sünde, Konflikte und Versagen. Die Bibel zeigt uns durch die Geschichte Jakobs, dass nicht unsere Vollkommenheit uns heilig macht, sondern Gottes Gnade, wenn wir Buße tun, zu ihm umkehren und seinem Wort gehorsam sind. Heilige Familien sind nicht fehlerlos, sondern solche, die von Sukkot (weltlicher Ausrichtung) nach Bethel (ins Haus Gottes) zurückkehren.
Hauptthemen
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1. Die Fehler der heiligen, unheiligen Familie
- • Die Sünde der Rache: Simeon und Levi üben brutale Rache wegen der Vergewaltigung ihrer Schwester Dina und bringen alle Männer Sichems um
- • Die Sünde des falschen Ortes: Jakob lässt sich in Sukkot nieder statt in Bethel, richtet sich nach irdischem Besitz statt nach Gottes Platzanweisung
- • Die Sünde des Götzendienstes: In Jakobs Familie gibt es Hausgötzen (Terafim) und götzendienerische Ohrringe, obwohl sie den lebendigen Gott kennen
- • Diese Fehler zeigen, dass auch Gläubige und ihre Familien in Sünde fallen können
2. Die Korrektur der heiligen, unheiligen Familie
- • Die Erkenntnis Jakobs: Er erkennt, dass Veränderung nötig ist und sie von Sukkot nach Bethel müssen
- • Die klare Ansage: Jakob fordert seine Familie auf, die fremden Götter wegzutun, sich zu reinigen und die Kleider zu wechseln als Zeichen der Buße und Umkehr
- • Das Vergraben der Götzen: Jakob vergräbt alle fremden Götter und Ohrringe unter der Eiche - radikale Entsorgung des okkulten Drecks ohne Wiederverwendung
- • Der Kleiderwechsel symbolisiert einen neuen Herrschaftsbereich und die Zugehörigkeit zu Gott
3. Die Hilfe der heiligen, unheiligen Familie
- • Das Wort des Herrn: Gott spricht zu Jakob und gibt ihm Wegweisung und Korrektur
- • Der Gehorsam gegenüber Gottes Wort: Jakob hört nicht nur, sondern tut auch, was Gott sagt
- • Der Segen Gottes: Ein Gottesschrecken kommt über die umliegenden Städte, sodass sie Jakob nicht verfolgen
- • Gott verteidigt und segnet die Familie, nachdem sie Buße getan und sich ihm zugewandt hat
4. Trost für kämpfende christliche Familien
- • Die Bibel erzählt keine Geschichten von perfekten Familien nach der Bekehrung
- • Konflikte in christlichen Familien bedeuten nicht, dass man ein schlechter Christ ist
- • Jede Familie hat Päckchen zu tragen, auch wenn es nach außen anders aussieht
- • Heiligkeit kommt nicht durch Perfektion, sondern durch Umkehr und Gottes Gnade
Biblische Grundlagen
Direkt zitiert
Gott sprach zu Jakob. Mach dich auf und zieh nach Bethel und wohne da selbst und errichte dort einen Altar dem Gott, der dir erschien, als du flohst vor deinem Bruder Esau. Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren. Tut von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider und lasst uns aufbrechen, und nach Bethel ziehen, dass ich dort einen Altar errichte dem Gott, der mich erhört hat zur Zeit meiner Trübsal und mit mir gewesen ist auf dem Wege, den ich gezogen bin. Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die in ihren Händen waren und ihre Ohrringe, und vergruben sie unter der Eiche, die bei sich im Stand. Und sie brachen auf. Und es kam ein Gottesschrecken über die Städte, die um sie herlagen, so dass sie den Söhnen Jakobs nicht nachjagten.
Erforsche mich Gott und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne, wie ich es meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege.
Weitere Referenzen
- → 1. Mose 33
- → 1. Mose 34
- → 1. Mose 28
- → 1. Mose 12
- → 2. Mose 19
- → 2. Mose 32
- → Lukas 15
- → Johannes 10
- → Matthäus 21
- → Matthäus 22
- → Römer 13
- → Galater 3
- → Kolosser 3
- → Richter 8
- → Psalm 1
Praktische Anwendung
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- 1 Keine Rache üben: Wir sollen uns nicht selbst rächen, sondern Vergebung und Barmherzigkeit leben. Gerade in Ehe und Familie gilt: einander ertragen und vergeben, wie Christus uns vergeben hat, statt in eine Spirale der Vergeltung zu geraten.
- 2 Die richtige Platzanweisung suchen: Nicht nach dem eigenen Sukkot (irdischer Wohlstand, Sicherheit) streben, sondern nach Bethel (Haus Gottes). Wo hat Gott mich hingestellt? Diese Platzanweisung annehmen, auch wenn sie nicht immer eine Wohlfühloase ist.
- 3 Götzendienst radikal beseitigen: Okkulte Gegenstände, Talismane oder Amulette konsequent entsorgen - vergraben, verbrennen, wegwerfen, nicht weiterverkaufen. Auch geistliche Götzen wie Geldgier oder Pornografie radikal aus dem eigenen Lebensbereich entfernen.
- 4 Um Erkenntnis bitten: Wie David in Psalm 139 beten: 'Erforsche mich Gott und erkenne mein Herz.' Gott um die Erkenntnis bitten, was in unserem Leben falsch läuft und wo Korrektur nötig ist.
- 5 Regelmäßig Gottes Wort lesen: Täglich in der Bibel lesen, z.B. zwei Kapitel pro Tag, oder sich das Ziel setzen, die Bibel einmal durchzulesen. Sich eine Studienbibel zulegen, um tiefer ins Wort einzutauchen und Wegweisung, Trost und Korrektur zu erfahren.
- 6 Gottes Wort gehorsam umsetzen: Es reicht nicht, Gottes Wort nur zu lesen und zu verstehen - wir müssen Täter des Wortes sein. Was Gott klar gezeigt hat, soll aktiv und gehorsam umgesetzt werden.
- 7 Buße tun und die Kleider wechseln: Im übertragenen Sinn die 'Kleider wechseln' - das Alte ablegen, Buße tun und sich neu unter Gottes Herrschaft stellen. Dies öffnet den Raum für Gottes Segen.
- 8 Sich nicht durch Familienprobleme entmutigen lassen: Konflikte in christlichen Familien bedeuten nicht, dass man versagt hat oder ein schlechter Christ ist. Die Bibel zeigt ehrlich das Scheitern auch in heiligen Familien. Mut fassen und zu Gott umkehren statt sich zusätzlich zu verurteilen.