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Evangelische Freikirche Köln

Rösrather Straße 176, 51107 Köln

Eine internationale Gemeinde, in der Menschen aus über 40 Nationen ihre geistliche Heimat gefunden haben.

Täglicher Impuls
Montag

Wenn Mauern zwischen uns stehen

Manche Konflikte sind so festgefahren, dass die Fronten wie verriegelte Burgen wirken. Wenn Bitterkeit eingezogen ist, hilft kein Argumentieren mehr. Die Bibel beschreibt dies drastisch: 'Ein Bruder, der betrogen wurde, ist unzugänglicher als eine befestigte Stadt.' Wer sich betrogen fühlt, baut Mauern um sein Herz und verriegelt die Tore. Versöhnung scheint unmöglich. Doch Gottes Wort lässt uns nicht ohne Hoffnung. Es zeigt einen Ausweg: die Hilfe von außen. Der Puritaner Matthew Henry schrieb: 'Es ist besser in einem Konflikt etwas von seinem Recht aufzugeben und Frieden zu haben, als auf seinem vollen Recht zu bestehen und die Gemeinschaft zu zerstören.' In festgefahrenen Konflikten brauchen wir Menschen, die Gottes Willen suchen und uns helfen, ihn zu erkennen. Gott hat uns nicht allein gelassen – er hat uns seine Gemeinde und weise Leiter gegeben.

Sprüche 18,18-19
Gebet

Bitte Gott, dein verhärtetes Herz zu erweichen und dich für Versöhnung zu öffnen, auch wenn es schwerfällt.

Herausforderung

Gibt es in meinem Leben einen Konflikt, in dem ich Mauern um mein Herz gebaut habe?

"

Aufnahme vom 12. März 2026

Predigt

6. Coping with fear - fear of loss // Dr. Heinrich Derksen

Donnerstag, 12. März 2026
Psalm 27,10
Kernaussage

Verlustschmerz ist ein natürlicher Teil des Lebens und kein Zeichen von schwachem Glauben, sondern ein Ausdruck echter Liebe. Der richtige Umgang mit Verlustängsten besteht darin, Gott als unser Fundament zu sehen, nicht als Zusatz. Auch wenn wir vieles verlieren können, gibt es etwas, das wir niemals verlieren können: die Liebe Gottes in Christus Jesus.

In dieser Predigt spricht Dr. Heinrich Derksen über die Angst vor Verlust und den Umgang mit Verlustschmerz aus biblischer Perspektive. Er betont, dass Verlustschmerz kein Zeichen von schwachem Glauben ist, sondern ein Ausdruck echter Liebe. Die zentrale Frage ist, ob Gott unser Fundament oder nur ein Zusatz in unserem Leben ist. Wenn Gott unser Teil ist, dann kann jeder Verlust uns zwar erschüttern, aber nicht zerbrechen. Derksen zeigt anhand biblischer Beispiele wie Hiob, David und Jesus selbst, dass Verlust und Trauer Teil des menschlichen Lebens sind. Jesus am Kreuz kennt den tiefsten Verlustschmerz und kann deshalb mit unserer Schwachheit mitleiden. Die Predigt behandelt verschiedene Arten von Verlust - vom Tod eines geliebten Menschen über den Auszug der Kinder bis zum Verlust des Arbeitsplatzes oder einem Umzug. Der richtige Umgang mit Verlustängsten beginnt damit, sie sich einzugestehen und Gott im Gebet hinzuhalten. Die Bibel endet nicht mit Verlust, sondern mit Wiederherstellung, und die Liebe Gottes in Christus ist etwas, das wir niemals verlieren können.

Hauptthemen (5)

1. Verlustschmerz als natürliche menschliche Erfahrung

  • Es gibt Dinge im Leben, die nicht ersetzbar sind und deren Verlust großen Schmerz verursacht
  • Verlustschmerz ist kein Zeichen von schwachem Glauben, sondern ein Ausdruck echter Liebe
  • Wo Liebe ist, da ist auch die Möglichkeit des Schmerzes
  • Biblische Beispiele zeigen, dass selbst Glaubenshelden wie Hiob, David und Jesus Verlust erlebten

2. Die geistliche Kernfrage im Umgang mit Verlustängsten

  • Ist Gott mein Teil oder nur mein Zusatz?
  • Wenn Gott nur ein Zusatz ist, kann jeder Verlust uns existenziell erschüttern
  • Wenn Gott unser Fundament ist, wankt zwar unser Herz, aber es zerbricht nicht
  • Die Angst vor Verlustschmerz führt oft dazu, dass Menschen sich vor Bindungen schützen

3. Jesus versteht unseren Verlustschmerz

  • Jesus rief am Kreuz: 'Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?'
  • Jesus kennt nicht nur den Tod, sondern auch den Schmerz, von Gott und der Welt verlassen zu sein
  • Er kennt Verlust und Einsamkeit persönlich
  • Unser Glaube ist kein theoretischer Trost - wir folgen einem Herrn, der durch tiefste Verluste hindurchgegangen ist

4. Verschiedene Formen von Verlustschmerz

  • Der Verlust eines lieben Menschen durch Tod
  • Loslassen müssen für längere Zeit (z.B. Kinder verlassen das Elternhaus)
  • Scheidung der Eltern aus Kinderperspektive
  • Verlust des Arbeitsplatzes oder Eintritt ins Rentenalter
  • Umzug und das Loslassen des Gewohnten

5. Der richtige Umgang mit Verlustängsten

  • Verlustängste ehrlich eingestehen - verdrängte Angst wächst, ausgesprochene Angst kann ihre Macht verlieren
  • Im Gebet offen mit Gott über die Angst sprechen
  • Gott wieder als Vater sehen, dem wir alles sagen und bitten dürfen
  • Wenn Gott an erster Stelle steht, verlieren andere Dinge ihre absolute Macht über unser Herz
  • Die Bibel endet nicht mit Verlust, sondern mit Wiederherstellung

Biblische Grundlagen

Direkt zitiert

Psalm 27,10

Wenn auch Vater und Mutter mich verlassen, so nimmt doch der Herr mich auf.

Psalm 73,25-26

Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde. Wenn wir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist du doch Gott alle Zeit meines Herzens Trost und mein Teil.

Hebräer 4,15

Wir haben nicht einen hohen Priester, der nicht könnte mitleiden mit unserer Schwachheit.

Römer 8,38-39

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist.

Weitere Referenzen

  • Hiob (Verlust von Kindern, Besitz, Gesundheit)
  • David (Trauer um seinen Sohn)
  • Johannes 11 (Jesus weint am Grab des Lazarus)
  • Matthäus 27,46 / Markus 15,34 (Jesus am Kreuz: 'Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?')
  • Hiob 1,21 ('Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobt')

Praktische Anwendung (4)

  • 1 Verlustängste ehrlich eingestehen: Gestehe dir deine Verlustängste ein, anstatt sie zu verdrängen. Verdrängte Angst wächst, aber ausgesprochene Angst kann ihre Macht verlieren.
  • 2 Offen mit Gott über Ängste sprechen: Bete ehrlich: 'Herr, ich habe Angst, das zu verlieren. Aber ich halte es dir hin und bitte dich, nimm mich mit dieser Angst an und trag mich.'
  • 3 Gott als Fundament, nicht als Zusatz sehen: Prüfe die geistliche Kernfrage: Ist Gott dein Teil oder nur dein Zusatz? Wenn Gott dein Fundament ist, werden andere Dinge ihre absolute Macht über dein Herz verlieren.
  • 4 An Gott klammern statt an vergängliche Dinge: Klammere dich an Gott, nicht weil du nichts verlieren wirst, sondern weil du mit ihm nie alles verlieren kannst. Die Liebe Gottes in Christus bleibt, selbst wenn alles andere wankt.