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Emanuel Lindern

Alte Schulstraße 2, 49699 Lindern

Als dynamische Freikirche erleben wir heute noch, wie Gott Herzen berührt, Gebete erhört, Wunder tut und  Menschen verändert. Wir verstehen uns als Teil einer großen Familie Gottes, in der auch du ganz unabhängig von deinem Alter oder deiner Herkunft herzlich willkommen bist!

Täglicher Impuls
Montag

Zwei Wege, eine Gnade

Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth über zwei grundlegende Lebenswege: verheiratet oder unverheiratet zu sein. Er beginnt mit den Worten: 'Es ist gut für den Menschen, keine Frau zu berühren. Um aber Unzucht zu vermeiden, soll jeder Mann seine eigene Frau und jede Frau ihren eigenen Mann haben.' Die erstaunliche Wahrheit ist: Beide Wege benötigen Gottes Gnade gleichermaßen. Ob du verheiratet bist oder nicht – du brauchst Gottes Kraft und Segen für deinen Weg. Es gibt keine Hierarchie der Berufungen. Paulus selbst lebte ehelos und ganz für Gott, doch er erkennt an, dass jeder seine eigene Gnadengabe von Gott hat. 'Der eine so, der andere so.' Deine Lebensform definiert nicht deinen Wert oder deine Nähe zu Gott. Was zählt, ist deine Hingabe an Christus – ob mit oder ohne Ehepartner. Gott hat für jeden einen guten Plan.

1. Korinther 7,1-2
Gebet

Danke Gott für den Weg, auf dem du mich führst. Bitte um seine Gnade für deinen aktuellen Lebensabschnitt – verheiratet oder unverheiratet.

Herausforderung

In welchem Lebensabschnitt befinde ich mich gerade, und wie kann ich diese Zeit bewusst nutzen, um Gottes Gnade zu erfahren?

"

Aufnahme vom 2. März 2026

Predigt

Streit unter Christen. Echt jetzt ? | Ulrich Krause

Montag, 2. März 2026
1. Korinther 6,1-7
Kernaussage

Gehorsam ohne Freiwilligkeit ist Ungehorsam. Christen sollen Streit untereinander vermeiden und bereit sein, lieber Unrecht zu tragen, als ihre Rechtsstreitigkeiten vor weltlichen Gerichten auszutragen. Wahre Nachfolge Jesu bedeutet, unseren Frieden, unsere Freude und Gerechtigkeit bei Gott zu suchen, nicht in der Welt, und uns dem Willen Gottes in Demut und Glaubensgehorsam zu unterwerfen.

In dieser Predigt über 1. Korinther 6,1-8 behandelt Ulrich Krause das Thema des Streits unter Christen. Er beginnt mit einem Zitat von Charles Spurgeon über Gehorsam und geht dann auf die problematische Situation in der Gemeinde von Korinth ein, die bereits wenige Jahre nach ihrer Gründung durch Paulus mit Parteibildung, Unmoral und öffentlichen Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen hatte. Der Prediger betont, dass Christen ihre Konflikte nicht vor weltlichen Gerichten austragen sollten, da sie selbst als Heilige befähigt sind, zu richten - sogar über Engel. Die zentrale Botschaft lautet, dass Christen lieber bereit sein sollten, Unrecht zu erleiden, anstatt zu streiten und ihr Recht zu suchen. Krause erklärt, dass viele Christen ihren Frieden, ihre Freude und Gerechtigkeit in der Welt suchen statt bei Gott. Er kontrastiert die irdische Gesinnung (Selbstgerechtigkeit, Habgier, Stolz, Zorn) mit der göttlichen Gesinnung (Liebe, Vergebung, Demut, Sanftmut) und betont, dass der Weg zur Veränderung über Demut, Glauben und Gehorsam führt. Die Predigt schließt mit der Ermutigung, nach Gotteserkenntnis zu streben und zu verstehen, wie sehr Gott uns liebt, was uns befähigen würde, alles für ihn zu tun.

Hauptthemen (7)

1. Streit unter Christen in Korinth

  • Die Gemeinde in Korinth hatte nach nur wenigen Jahren massive Probleme: Parteibildung, Unmoral, Rechtsstreitigkeiten, Chaos beim Abendmahl und falscher Gebrauch der Geistesgaben
  • Christen trugen ihre Streitigkeiten vor weltlichen Gerichten aus, was ein Spektakel für die Bürger war und die Glaubwürdigkeit der Gemeinde zerstörte
  • Sie gaben damit eine bankrotte Erklärung ihres Glaubens ab - einen geistlichen Offenbarungseid
  • Solches Verhalten schadet nicht nur dem Einzelnen, sondern auch der Gemeinde durch Störung und Zerstörung der geistlichen Einheit

2. Christen als Richter - nicht Gerichtete

  • Paulus stellt klar: Christen sind die Richter, nicht die zu Richtenden
  • Gläubige werden einst die Welt und sogar Engel richten
  • Als Kinder Gottes haben wir eine höhere Stellung als Engel
  • Wir haben die Weisheit Gottes durch Jesus Christus, der in uns ist
  • Es ist absurd und pervers, als Kinder Gottes zu geistlich Unmündigen oder Ungerechten zu gehen, um sich richten zu lassen - wie ein König, der einen Bettler um Brot bittet

3. Der biblische Weg der Konfliktlösung

  • Zunächst ein Vier-Augen-Gespräch in Demut und im Gebet vorbereitet
  • Wenn das nicht fruchtet, zwei geistlich reife, sachlich orientierte Zeugen mitnehmen
  • Als dritte Möglichkeit die Gemeinde urteilen lassen
  • Keine Abkürzung direkt zum Leiter oder Pastor - Gott will, dass wir miteinander reden, nicht übereinander sprechen
  • Paulus konnte nicht auf Matthäus 18 verweisen, da die Evangelien noch nicht geschrieben waren - er hatte nur das Alte Testament und den Heiligen Geist

4. Irdische vs. göttliche Gesinnung

  • In uns beanspruchen zwei Gesinnungen die Herrschaft: die irdische und die göttliche
  • Irdische Gesinnung: Selbstgerechtigkeit, Habgier, Selbstverwirklichung, Streit, Hass, Unversöhnlichkeit, Stolz, Zorn
  • Göttliche Gesinnung: Liebe, Vergebung, Demut, Sanftmut
  • Wir suchen oft unser Recht, Glück, Freude und Frieden in der Welt statt bei Gott
  • Wenn wir diese Dinge in der Welt suchen, hält uns das von göttlichem Frieden, göttlicher Freude und göttlicher Gerechtigkeit auf Abstand

5. Unrecht tragen als Gottes Wille

  • Gottes Wille ist es, dass wir bereit sind, lieber Unrecht zu tragen als zu streiten
  • Niemand trägt gern Unrecht, aber das ist Nachfolge und Jüngerschaft
  • Jesus ist auch nicht gern ans Kreuz gegangen, aber er ging - es sollte uns ein Vorrecht sein, mit ihm zu leiden
  • Wenn wir bereit sind, Unrecht zu tragen, wird Gott uns die Türen des Himmels öffnen
  • Wir können keine Friedenstifter sein, wenn wir nicht bereit sind, Unrecht zu tragen
  • Wir sind berufen, dem Frieden nachzujagen, nicht dem Recht

6. Täter des Wortes, nicht nur Hörer

  • Wer nur Hörer des Wortes ist, betrügt sich selbst
  • Täter des Wortes sein bedeutet, sich der Führung des Heiligen Geistes unterzuordnen
  • Es bedeutet nicht frommen Aktivismus, sondern Gehorsam aus Glauben
  • Wer weiter streitet, wird geistlich nicht reifen

7. Der Weg zur göttlichen Gesinnung

  • Es gibt keine Herrlichkeit der Gotterkenntnis ohne die Höllenfahrt der Selbsterkenntnis
  • Der Weg: Aus Demut erwächst Glauben, aus Glauben erwächst Gehorsam - Glaubensgehorsam, kein Gefolgsgehorsam
  • Viele Christen wandeln mehr im Fleisch als im Geist aus Mangel an Erkenntnis - Gotterkenntnis
  • Wir müssen tief in unserem Herzen Gott vertrauen, dass er unser Recht besser vertreten kann als wir selbst
  • Wenn wir wirklich wüssten, wie sehr Gott uns liebt, würden wir alles für ihn tun

Biblische Grundlagen

Direkt zitiert

1. Korinther 6,1-7

Wie kann jemand von euch, der eine Beschwerde gegen einen anderen hat, sich bei den Ungerechten richten lassen, anstatt bei den Heiligen? Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun durch euch die Welt gerichtet werden soll, seid ihr dann unwürdig, über die allergeringsten Dinge zu entscheiden? Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden? Wie viel mehr die Angelegenheiten dieses Lebens. Wenn ihr nun über Angelegenheiten dieses Lebens Entscheidungen zu treffen habt, so setzt ihr solche zu Richtern ein, die in der Gemeinde nichts gelten. Zur Beschämung sage ich es euch. Demnach ist also nicht ein einziger Weiser, nicht einer unter euch, der ein unparteiisches Urteil fällen könnte für seinen Bruder, sondern ein Bruder führt Rechtsstreit mit dem anderen und das vor Ungläubigen. Es ist ja überhaupt schon ein Schaden unter euch, dass ihr Prozesse miteinander führt. Warum lasst ihr euch nicht lieber Unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen?

Johannes 13,35

Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Jakobus 1,22

Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen.

Hosea 4,6

Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis.

Weitere Referenzen

  • Matthäus 18
  • Römer 6
  • 1. Petrus 2,19-20

Praktische Anwendung (6)

  • 1 Konflikte nach biblischem Muster lösen: Bei Konflikten mit Geschwistern zunächst das Vier-Augen-Gespräch in Demut und Gebet suchen. Miteinander reden, nicht übereinander sprechen. Keine Abkürzung zum Leiter nehmen.
  • 2 Bereitschaft entwickeln, Unrecht zu tragen: Bewusst die Entscheidung treffen, lieber Unrecht zu tragen als auf dem eigenen Recht zu bestehen. Dies ist Gottes Wille und der Weg zum Frieden.
  • 3 Frieden, Freude und Gerechtigkeit bei Gott suchen: Prüfe dein Herz: Wo suchst du zuerst deinen Frieden, deine Freude und Gerechtigkeit - in der Welt oder bei Gott? Richte dein Herz neu auf Gott aus.
  • 4 Täter des Wortes werden: Nicht nur Hörer sein, sondern das Gehörte in freiwilligem Glaubensgehorsam umsetzen. Sich der Führung des Heiligen Geistes unterstellen.
  • 5 Demütig um Gotterkenntnis bitten: Schau in dein Herz, bekenne Gott, was nicht in Ordnung ist, und bitte ihn demütig um Gotterkenntnis und um Erkenntnis seiner Liebe zu dir.
  • 6 Von irdischer zu göttlicher Gesinnung wechseln: Erkenne durch Selbsterkenntnis und Demut deine Schuld und Mängel. Aus Demut erwächst Glauben, aus Glauben erwächst Gehorsam - dieser Weg führt zur Verwandlung.