Emanuel Lindern
Als dynamische Freikirche erleben wir heute noch, wie Gott Herzen berührt, Gebete erhört, Wunder tut und Menschen verändert. Wir verstehen uns als Teil einer großen Familie Gottes, in der auch du ganz unabhängig von deinem Alter oder deiner Herkunft herzlich willkommen bist!
Zwei Wege, eine Gnade
Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth über zwei grundlegende Lebenswege: verheiratet oder unverheiratet zu sein. Er beginnt mit den Worten: 'Es ist gut für den Menschen, keine Frau zu berühren. Um aber Unzucht zu vermeiden, soll jeder Mann seine eigene Frau und jede Frau ihren eigenen Mann haben.' Die erstaunliche Wahrheit ist: Beide Wege benötigen Gottes Gnade gleichermaßen. Ob du verheiratet bist oder nicht – du brauchst Gottes Kraft und Segen für deinen Weg. Es gibt keine Hierarchie der Berufungen. Paulus selbst lebte ehelos und ganz für Gott, doch er erkennt an, dass jeder seine eigene Gnadengabe von Gott hat. 'Der eine so, der andere so.' Deine Lebensform definiert nicht deinen Wert oder deine Nähe zu Gott. Was zählt, ist deine Hingabe an Christus – ob mit oder ohne Ehepartner. Gott hat für jeden einen guten Plan.
Danke Gott für den Weg, auf dem du mich führst. Bitte um seine Gnade für deinen aktuellen Lebensabschnitt – verheiratet oder unverheiratet.
In welchem Lebensabschnitt befinde ich mich gerade, und wie kann ich diese Zeit bewusst nutzen, um Gottes Gnade zu erfahren?
Aufnahme vom 1. März 2026
Wenn dein Bruder sündigt.... | Pastor Heinrich Zelmer
Die Predigt behandelt den heiligen Umgang mit Sünde in der Gemeinde, basierend auf 1. Korinther 5,1-5. Der Fokus liegt nicht primär auf der Verurteilung des Sünders, sondern auf der Haltung der Gemeinde: statt aufgeblasen zu sein, sollen Christen Leid tragen um den Sünder und ihn seelsorgerlich zur Umkehr führen. Das Ziel aller Maßnahmen ist die Wiederherstellung und Rettung des Menschen, nicht seine Verurteilung.
Hauptthemen
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1. Die Situation in Korinth
- • Ein Gemeindeglied hatte die Frau seines Vaters genommen - eine Form von Unzucht, die selbst unter Heiden unerhört war
- • Unzucht (Pornaia) meint jegliches sexuelle Verhalten außerhalb der Ehe
- • Die Gemeinde in Korinth kam aus einem sexuell freizügigen Umfeld (Tempel der Aphrodite mit tausend Prostituierten)
- • Viele Gemeindeglieder waren zuvor in Unzucht, Götzendienst und anderen Sünden gewesen, aber abgewaschen, geheiligt und gerechtfertigt worden
2. Das Kernproblem: Die aufgeblasene Haltung der Gemeinde
- • Der Fokus von Paulus liegt nicht auf dem Sünder, sondern auf der Gemeinde
- • Sie waren aufgeblasen (stolz, selbstsüchtig) statt betrübt
- • Sie rühmten sich ihrer Redeweisheit statt sich um den Sünder zu kümmern
- • Im griechischen Denken stand die Rhetorik über dem Inhalt - der Mensch war die Mitte statt Gott
- • Menschliche Weisheit statt göttlicher Weisheit bestimmte ihr Handeln
- • Sie bauten mit schlechten Materialien auf gutem Fundament - falsche Motive trotz guter äußerer Form
3. Was Paulus vermisst: Leid tragen um den Sünder
- • Die Gemeinde sollte Leid tragen um den Sünder, nicht ihn einfach verurteilen
- • Ein Sünder, der zugrunde geht, ist ein Sünder zu viel - Gott will, dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen
- • Leid tragen bedeutet seelsorgerliches Kümmern, nicht Tratsch oder Verurteilung
- • Der Sünder schadet sich selbst und der Gemeinde - beides erfordert Betroffenheit
4. Der biblische Umgang mit Sünde: Die drei Stufen nach Jesus
- • Erste Stufe: Vier-Augen-Gespräch zwischen dir und dem sündigen Bruder mit dem Ziel, ihn zu gewinnen (90% der Fälle werden so gelöst)
- • Zweite Stufe: Gespräch mit 1-2 Zeugen zur Bestätigung der Wahrheit und zum Schutz beider Seiten
- • Dritte Stufe: Wenn auch das nicht hilft, soll es der Gemeinde gesagt werden
- • Die 'Gemeinde' meint eine kleine Versammlung (2-3 oder bis zu 10-15 Personen), nicht die große öffentliche Versammlung
- • Ausschluss aus der Gemeinde bedeutet 'dem Satan übergeben zum Verderben des Fleisches' - der Mensch verliert den geistlichen Schutz und erlebt die Konsequenzen seiner Sünde
5. Das Ziel aller Maßnahmen
- • Ziel ist immer Versöhnung und Wiederherstellung, nicht Verurteilung
- • Der Geist soll gerettet werden - das Fleisch (die sündige Gesinnung) soll sterben
- • Gott will nicht das Verderben des Sünders, sondern dass er einsichtig wird
- • Wenn der Sünder Buße tut, soll er wieder gelöst werden (Vergebung und Wiederaufnahme)
6. Schutz der Gemeinde vor Sünde
- • Offen tolerierte Sünde wirkt ansteckend - nicht die Sünde selbst, sondern die Haltung
- • Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig - vollständige Ablehnung von Sünde ist nötig
- • Es geht um die Glaubwürdigkeit der Gemeinde nach außen
7. Die Bedeutung der Kleingruppe
- • Die kleine Versammlung (Hauskreis/Kleingruppe) ist der biblische Ort für Seelsorge und Gemeindezucht
- • Jesus konfrontierte Jünger in kleiner Versammlung, nicht öffentlich
- • Beispiel der Methodisten: Klassen von 8-12 Personen mit wöchentlichen Treffen und der Frage 'Wie geht es deiner Seele?'
- • Die Kleingruppe bietet geistlichen Schutz vor dem Sauerteig der Sünde
- • Ohne Kleingruppe fehlt der notwendige geistliche Schutz
Biblische Grundlagen
Direkt zitiert
Überhaupt hört man von Unzucht unter euch. Und zwar von einer solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist. Dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat. Und ihr seid aufgeblasen. Und er hätte doch eher Leid tragen sollen. Damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggetan wird. Denn ich, als dem Leibe nach abwesend, dem Geist nach aber anwesend, habe schon, als wäre ich anwesend, über den, der dies auf solche Weise begangen hat, beschlossen, den Betreffenden im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Und nachdem euer und mein Geist sich in der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt hat, dem Satan zu übergeben. Zum Verderben des Fleisches, der mit der Geist gerettet wird am Tag des Herrn.
Irrt euch nicht, weder Unzüchtige, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Weichlinge, noch Knabenschändler, weder Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolte, noch Lästerer, noch Räuberer werden das Reich Gottes erben. Und solche sind etliche von euch gewesen. Aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden im Namen des Herrn Jesus Christus und im Geist unseres Gottes.
Wenn aber dein Bruder sündigt, so gehe hin, überführe ihn zwischen dir und ihm alleine. Wenn er auf dich hört, hast du deinen Bruder gewonnen. Wenn aber er nicht hört, dann nimm noch einen oder zwei mit dir. Damit aus zweier oder dreier Zeugenmund jede Sache bestätigt wird. Wenn aber er nicht auf sie hören wird, so sagt es die Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
Weitere Referenzen
- → Matthäus 9,12-13
- → 1. Korinther 3
- → 1. Korinther 5,6
- → Psalm 32,3-4
Praktische Anwendung
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- 1 Suche das Vier-Augen-Gespräch: Wenn du siehst, dass ein Bruder oder eine Schwester sündigt und du ein brüderliches/schwesterliches Verhältnis zu ihm/ihr hast, suche das direkte Gespräch. Ziel ist nicht Verurteilung, sondern den Bruder/die Schwester zu gewinnen und auf den guten Weg zurückzuführen.
- 2 Trage Leid um Sünder: Entwickle eine Haltung des Erbarmens für Menschen, die in Sünde fallen, statt sie zu verurteilen oder über sie zu reden. Sünder brauchen Geschwister mit seelsorgerlichem Herzen, keine philosophischen Reden.
- 3 Werde Teil einer Kleingruppe: Wenn du noch nicht Teil einer Kleingruppe bist, schließe dich einer an. Die Kleingruppe bietet den geistlichen Schutz, den du brauchst, und ist der Ort, wo Reinigung von Sünde permanent geschehen kann.
- 4 Sei mutig und teile deine Kämpfe: Wenn du selbst mit Sünde kämpfst, bringe es in deiner Kleingruppe zur Sprache. Der Ort, wo du geheilt werden kannst, ist in der Gemeinschaft mit deinen Geschwistern, nicht im einsamen Kampf.
- 5 Prüfe deine Motive: Achte darauf, dass dein geistliches Leben nicht von menschlicher Weisheit, Stolz oder falschen Motiven bestimmt wird, sondern von der Demut und Sanftmut Jesu. Auch gut aussehendes geistliches Leben kann mit schlechtem Material gebaut sein.
- 6 Lehne Sünde radikal ab: Entwickle eine Haltung der vollständigen Ablehnung von Sünde wie beim jüdischen Passafest, wo der gesamte Sauerteig entfernt wurde. Toleriere keinen 'kleinen' Kompromiss mit der Sünde in deinem Leben.