Gemeinde Berg-Nordhorn
Der Berg ist eine bibeltreue evangelische Freikirche reformierten Bekenntnisses. Geprägt von Gottes Wort und Gnade.
Der Balken in meinem eigenen Auge
Wir urteilen ständig – über Nachrichten, Arbeitskollegen, Mitmenschen. Jesus verbietet uns das Urteilen nicht grundsätzlich, aber er zeigt uns, wie wir richtig urteilen sollen. Die zentrale Botschaft ist verblüffend: 'Was aber siehst du den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist, aber den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr.' Wir sehen die kleinen Fehler anderer so schnell – besonders in Bereichen, wo wir selbst keine Schwächen haben. Doch Jesus stellt fest: Unsere eigenen Fehler und Sünden, zusammengenommen, ergeben einen ganzen Balken. Das ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern Jesu Überzeugung über jeden von uns. Die gute Nachricht: Jesus Christus ließ sich an den Balken nageln, um für unseren Balken der Schuld zu sterben. Am Kreuz wird sichtbar, wie barmherzig und gnädig Gott ist. Mit dieser Haltung – als Begnadigte – sollen wir nun anderen begegnen.
Herr Jesus, öffne mir die Augen für meinen eigenen Balken. Lass mich andere mit der Barmherzigkeit sehen, mit der du mich ansiehst.
In welchen Bereichen fällt es mir besonders leicht, die Fehler anderer zu sehen? Was übersehe ich dabei in meinem eigenen Leben?
Aufnahme vom 1. März 2026
Wie man mit Sorgen fertig wird | Mt 6,19-34 | Paul Koch
Sorgen sind nicht einfach ein Problem, das wir verdrängen oder mit eigener Kraft bewältigen können, sondern ein Warnsignal, das auf falsche Prioritäten in unserem Herzen hinweist. Jesus zeigt uns, dass wir mit Sorgen fertig werden, indem wir falsche Schätze entlarven, der väterlichen Fürsorge Gottes vertrauen und nach dem Reich Gottes trachten. Gott gibt uns Gnade für den Tag und versorgt uns, wenn wir sein Reich an erste Stelle setzen.
Hauptthemen
(3)
1. Das Problem erkennen - Falsche Schätze entlarven
- • Sorgen sind wie eine rote Warnlampe, die auf ein tieferes Problem im Herzen hinweist
- • Es gibt zwei Arten von Schätzen: solche auf Erden (die vergehen) und solche im Himmel (die bleiben)
- • Alle irdischen Schätze unterliegen einem eingebauten Verfallsdatum - durch Motten, Rost oder Tod
- • Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz - und damit deine Sorge
- • Das einfältige Auge ist ungeteilt auf Gott ausgerichtet, das böse Auge schielt zwischen Gott und Welt
- • Niemand kann zwei Herren dienen - Gott oder Mammon
- • Sorge ist das unvermeidliche Ergebnis falscher Schätze und geteilter Loyalität
2. Die Perspektive wechseln - Gottes väterlicher Fürsorge vertrauen
- • Jesus sagt dreimal: 'Sorgt euch nicht' (Vers 25, 31, 34)
- • Sorge ist eine Form von praktischem Atheismus - als würde Gott nicht existieren oder sich nicht kümmern
- • Die Vögel säen und ernten nicht, doch der himmlische Vater ernährt sie
- • Die Lilien arbeiten nicht, doch Gott kleidet sie schöner als Salomo in seiner Herrlichkeit
- • Unser Wert basiert nicht auf unserem Tun, sondern auf Gottes Handeln durch Christus
- • Gott, der seinen Sohn gab, wird nicht bei den Kleinigkeiten knauserig sein
- • Sorgen sind völlig nutzlos - sie fügen unserem Leben keine Elle hinzu
3. Die Priorität setzen - In Gottes Reich investieren
- • Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit
- • Die Nationen trachten nach irdischen Dingen, Christen haben eine neue Priorität
- • Gott versorgt nicht wegen unserer Leistung, sondern weil wir zu seinem Reich gehören
- • Wie ein Angestellter auf Geschäftsreise die Spesen erhält, so gibt Gott Ressourcen für seine Mission
- • Gott gibt Gnade für den Tag - nicht für übermorgen
- • Unsere größte Sorge sollte nicht unser Überleben sein, sondern das Reich Gottes
- • Sorge ist ein Ruf zur Umkehr, kein unvermeidbares Schicksal
Biblische Grundlagen
Direkt zitiert
Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost zerstören und wo Diebe einbrechen und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstört und wo Diebe nicht einbrechen und nicht stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß die Finsternis! Niemand kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie nicht säen noch ernten noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? Wer aber unter euch vermag mit Sorgen seiner Größe eine Elle zuzufügen? Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen. Sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen. Wenn Gott aber das Gras des Feldes, das heute da ist und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, da nicht viel mehr euch, ihr Kleingläubigen? So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen oder was sollen wir trinken oder was sollen wir anziehen? Denn nach all diesem trachten die Nationen. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles nötig habt. Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. So seid nun nicht besorgt für den morgigen Tag. Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.
Weitere Referenzen
- → Das erste Gebot (implizit erwähnt bezüglich ungeteilter Loyalität)
- → Das Vaterunser (Verweis auf vorherige Predigt)
Praktische Anwendung
(5)
- 1 Prüfe dein Herz auf falsche Schätze: Frage dich ehrlich: Woran hängt mein Herz? Ist es der Drang nach Anerkennung, Kontrolle, Besitz oder Stolz auf das eigene Lebenswerk? Entlarve diese falschen Schätze, die eine hundertprozentige Verfallsgarantie haben.
- 2 Wechsle täglich deine Perspektive: Wenn Sorgen aufkommen, halte inne und erinnere dich: Da ist ein Vater im Himmel, der sich um Vögel und Lilien kümmert - um wie viel mehr um dich! Vertraue seiner väterlichen Fürsorge statt zu versuchen, alles selbst zu kontrollieren.
- 3 Setze das Reich Gottes an erste Stelle: Richte dein Leben neu aus: Trachte zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit in Familie, Ehe, Beruf und Schule. Gott wird die Ressourcen bereitstellen, die du für seine Mission brauchst.
- 4 Lebe im Heute mit Gottes Gnade: Versuche nicht, die Probleme von morgen heute schon zu tragen. Gott gibt Gnade für den Tag - nimm sie an und vertraue darauf, dass er auch morgen versorgen wird.
- 5 Behandle Sorgen nicht als Feind, sondern als Warnsignal: Wenn die 'rote Warnlampe' der Sorge aufleuchtet, versuche sie nicht mit Aktivismus oder Willenskraft zu überkleben. Nutze sie als Ruf zur Umkehr und zur Neuausrichtung auf Gott.