Gemeinde Berg-Nordhorn
Der Berg ist eine bibeltreue evangelische Freikirche reformierten Bekenntnisses. Geprägt von Gottes Wort und Gnade.
Der Balken in meinem eigenen Auge
Wir urteilen ständig – über Nachrichten, Arbeitskollegen, Mitmenschen. Jesus verbietet uns das Urteilen nicht grundsätzlich, aber er zeigt uns, wie wir richtig urteilen sollen. Die zentrale Botschaft ist verblüffend: 'Was aber siehst du den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist, aber den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr.' Wir sehen die kleinen Fehler anderer so schnell – besonders in Bereichen, wo wir selbst keine Schwächen haben. Doch Jesus stellt fest: Unsere eigenen Fehler und Sünden, zusammengenommen, ergeben einen ganzen Balken. Das ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern Jesu Überzeugung über jeden von uns. Die gute Nachricht: Jesus Christus ließ sich an den Balken nageln, um für unseren Balken der Schuld zu sterben. Am Kreuz wird sichtbar, wie barmherzig und gnädig Gott ist. Mit dieser Haltung – als Begnadigte – sollen wir nun anderen begegnen.
Herr Jesus, öffne mir die Augen für meinen eigenen Balken. Lass mich andere mit der Barmherzigkeit sehen, mit der du mich ansiehst.
In welchen Bereichen fällt es mir besonders leicht, die Fehler anderer zu sehen? Was übersehe ich dabei in meinem eigenen Leben?
Aufnahme vom 25. Februar 2026
Das Vaterunser - das Mustergebet | Mt 6,9-15 | Paul Koch
Das Vaterunser ist das Mustergebet, an dem sich alle christlichen Gebete orientieren sollen. Es lehrt uns, zunächst für Gottes Ehre zu beten (dein Name, dein Reich, dein Wille) und dann im Vertrauen auf seine Güte um unsere Bedürfnisse zu bitten (unser Brot, unsere Vergebung, unsere Bewahrung). Wahres Gebet stellt Gott ins Zentrum, nicht uns selbst.
Hauptthemen
(3)
1. Bete als Gottes Kind
- • Die Anrede 'Vater unser im Himmel' vereint zwei Seiten: Gott als liebender Vater und als allmächtiger Herrscher
- • Nur wer an Jesus Christus glaubt, darf Gott 'Vater' nennen - nicht alle Menschen sind Kinder Gottes
- • Als Vater kümmert sich Gott um alle unsere Lasten, Sorgen und Verletzungen
- • Als Vater im Himmel hat Gott die Macht, alles zu verändern, was unsere menschlichen Grenzen übersteigt
2. Bete für Gottes Ehre
- • Geheiligt werde dein Name: Der Name Gottes soll in unserem Leben geehrt und anerkannt werden, nicht unser eigener Name
- • Dein Reich komme: Gottes Reich soll in den Herzen der Menschen kommen, in unserem eigenen Herzen regieren und letztlich in der ganzen Welt vollendet werden
- • Dein Wille geschehe: Wir leben nach Gottes Geboten und Ordnungen, nicht nach unserer eigenen Selbstverwirklichung
- • Das größte Anliegen eines Christen ist Gott selbst und seine Ehre, nicht zuerst wir selbst oder andere
- • Unsere natürliche Neigung ist egozentrisch, aber Jesus lehrt uns, zuerst für Gottes Ehre zu beten
3. Bete um Gottes Güte
- • Unser tägliches Brot: Gott versorgt uns mit allem Notwendigen zum Leben (Nahrung, Unterkunft, Gesundheit, Kraft)
- • Vergib uns unsere Schuld: Wir brauchen täglich Vergebung und müssen selbst anderen vergeben, was die Größe unserer eigenen Schuld vor Gott zeigt
- • Führe uns nicht in Versuchung: Wir bitten Gott, uns zu bewahren, dass Versuchungen uns nicht gefangen nehmen und in Sünde führen
- • Wir sind völlig abhängig von Gottes Güte in allen Bereichen: körperlich, geistlich und geistig
- • Wir beten um Gottes Güte, damit wir für seine Ehre leben können
Biblische Grundlagen
Direkt zitiert
Betet ihr nun so. Unser Vater, der du bist in den Himmeln. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde. Unser nötiges Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Vergehungen nicht vergebt, wird euer Vater auch euch eure Vergehungen nicht vergeben.
Dass im Namen Jesu alle Knie sich beugen werden, der himmlischen und irdischen und unterirdischen. Und jede Zunge bekennen wird, dass Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes des Vaters.
Deshalb seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt.
Dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne.
Die aber, die reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, die die Menschen versenken in Verderben und Untergang.
Weitere Referenzen
- → Johannes 8
- → Matthäus 4,17
- → Lukas 11,20
- → Offenbarung 22
- → Psalm 145
- → Hesekiel
- → Matthäus 4
Praktische Anwendung
(7)
- 1 Prüfe deine Gotteskindschaft: Frage dich persönlich: Kann ich wirklich 'Vater' zu Gott sagen? Gehöre ich zu Jesus Christus? Wenn nein, dann nimm heute die Vergebung durch Jesus an.
- 2 Halte vor dem Gebet inne: Bevor du betest, halte eine Sekunde inne und stelle dir vor Augen, zu wem du sprichst: zu deinem Vater im Himmel, der allmächtig ist und dich liebt.
- 3 Prüfe die Herrschaft Christi in deinem Leben: Gehe in der nächsten Woche hin und prüfe ab: Regiert Christus wirklich in allen Bereichen meines Lebens - Entscheidungen, Finanzen, Kampf gegen Sünde, Vergebung, Gehorsam?
- 4 Bete für andere und für Mission: Wer betet 'dein Reich komme', kann nicht gleichgültig sein gegenüber Menschen, die verloren gehen. Bete für deine Kinder, Freunde und lade Menschen ein.
- 5 Bereite dich auf tägliche Versuchungen vor: Bete morgens konkret: 'Herr, ich weiß, dass ich heute versucht werde (zornig/neidisch/verbittert zu werden). Gib mir die Kraft, nicht zu sündigen, sondern dir die Ehre zu geben.'
- 6 Vergib anderen aus der Perspektive des Kreuzes: Schaue auf das Kreuz und erkenne, wie groß deine eigene Schuld vor Gott ist. Dann wirst du bereit sein, anderen zu vergeben, egal wie groß ihre Schuld dir gegenüber ist.
- 7 Ordne deine Gebete nach dem Muster des Vaterunsers: Beginne deine Gebete damit, Gott zu preisen und für seine Ehre zu beten, bevor du deine eigenen Anliegen vorbringst. Mache deutlich, dass es zuerst um ihn geht, nicht um dich.