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St. Martini Gemeinde zu Bremen

Martinikirchhof 3 28195 Bremen

Die St. Martini Gemeinde bekennt sich in Lehre und Ordnung zur ganzen, unverfälschten Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, dem einzig wahren und unfehlbaren Gotteswort, wie es durch die Reformation neu erschlossen worden ist.

Täglicher Impuls
Montag

Sünde als Zielverfehlung

In der Passionszeit geht es um grundlegende Fragen unseres Glaubens: Sünde, Tod, Blut und Auferstehung. Die Sünde steht am Anfang, denn sie ist das zentrale Problem des Menschen. Das griechische Wort 'hamatia' bedeutet 'Zielverfehlung' – wir treffen das Ziel nicht, das Gott für unser Leben gesetzt hat. Gott hat einen klaren Plan für unser Leben und zeigt uns, wie die Dinge funktionieren sollen. Wenn wir sündigen, gehen wir einen anderen Weg und verfehlen das Ziel. Es spielt dabei keine Rolle, wie weit wir daneben liegen – wie beim Fußball macht es keinen Unterschied, ob der Ball zwei Zentimeter oder zwei Meter am Tor vorbeigeht. Ziel verfehlt ist Ziel verfehlt, kein Tor ist kein Tor. Das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner zeigt uns: Der Pharisäer bilanziert sein Leben selbst und vergleicht sich mit anderen. Doch vor Gott zählt nur eines: 'Gott, sei mir Sünder gnädig.' Nur wer seine Zielverfehlung erkennt, kann Gnade empfangen.

Lukas 18,9-14
Gebet

Bitte Gott, dir die Augen zu öffnen für deine Zielverfehlung und danke ihm für seine Gnade, die größer ist als alle Sünde.

Herausforderung

In welchen Bereichen meines Lebens verfehle ich das Ziel, das Gott für mich gesetzt hat, ohne es vielleicht zu merken?

"

Aufnahme vom 15. Februar 2026

Predigt

Predigt vom 15.02.2026 - Des Herrn Anklage

Sonntag, 15. Februar 2026
Jesaja 65,11-12
Kernaussage

Gott erhebt durch Jesaja 65,11-12 Anklage gegen sein Volk, weil sie ihn verlassen, seinen heiligen Berg vergessen, sich falschen Göttern zuwenden und seinem Wort nicht gehorchen. Diese Anklage hat generalpräventive Wirkung auch für uns heute, doch durch das Kreuz von Golgatha werden wir freigesprochen, wenn wir Jesus Christus als unseren Fels annehmen.

Diese Predigt behandelt Gottes Anklage gegen sein Volk aus Jesaja 65,11-12 und zeigt deren Relevanz für Christen heute. Pastor Latzel führt vier zentrale Anklagepunkte aus: das Verlassen des Herrn, das Vergessen des heiligen Berges (Zion/Golgatha), die Zuwendung zu Gat und Meni (Glück und Schicksal) sowie der Ungehorsam gegenüber Gottes Wort. Diese 2700 Jahre alte Anklage hat eine generalpräventive Wirkung und gilt nicht nur den damaligen Israeliten, sondern warnt auch heutige Christen vor denselben Versuchungen. Die Predigt ruft zur Selbstprüfung auf: Haben wir die erste Liebe verlassen? Vernachlässigen wir die Lehre und die Gemeinschaft? Richten wir unser Leben nach weltlichen Dingen statt nach dem Kirchenjahr aus? Vertrauen wir auf Glück und Schicksal statt auf Gottes Führung? Sind wir gehorsam gegenüber seinem Wort? Trotz dieser ernsten Anklage endet die Predigt mit der Gnadenbotschaft: Wer auf dem Fels Jesus Christus steht, wird freigesprochen, weil Christus am Kreuz für unsere Schuld bezahlt hat. Die Passionszeit bietet die Gelegenheit zur Buße und Neuausrichtung auf den Herrn.

Hauptthemen (4)

1. Das Verlassen des Herrn

  • Gott klagt an, dass sein Volk ihn verlässt und sich anderen Göttern zuwendet
  • Das Verlassen der ersten Liebe (wie in Offenbarung an Ephesus)
  • Das Verlassen der Lehre und des Bibelstudiums zugunsten weltlicher Dinge
  • Das Verlassen der Versammlung und der Gemeinschaft mit anderen Christen (Hebräer 10)
  • Wenn Menschen Gott verlassen, übergibt er sie dem Gericht

2. Das Vergessen des heiligen Berges

  • Der heilige Berg Zion mit dem Tempel war Ort von Gottes Gegenwart und Verehrung
  • Die drei jährlichen Feste (Passah, Wochenfest, Laubhüttenfest) wurden vergessen
  • Andere Dinge wurden wichtiger als Gottes Heilsgeschichte
  • Heute vergessen wir Golgatha und das Kreuz Christi zugunsten weltlicher Prioritäten
  • Auch die Kirche wendet sich anderen Themen zu statt dem Kreuz Jesu Christi

3. Die Zuwendung zu Gat und Meni

  • Gat (Glück) und Meni (Schicksal/Bestimmung) waren Götter, denen geopfert wurde
  • Menschen glauben, ihr Leben werde durch Glück und Schicksal bestimmt statt durch Gott
  • Moderne Formen: Aberglaube (Hufeisen, schwarze Katze), Astrologie, Horoskope
  • Gott allein bestimmt unser Leben, nicht Zufall oder Schicksal
  • Die Gemeinde folgt Psalm 37,5: 'Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen'

4. Der Nichtgehorsam gegenüber Gottes Wort

  • Erstens: Das Wort nicht hören - Gott redet, aber wir hören nicht zu
  • Zweitens: Nicht antworten - Wir hören das Wort, setzen es aber nicht um
  • Drittens: Nicht tun, was Gott gefällt - Wir wissen, was richtig wäre, tun es aber nicht
  • Wenn wir Gottes Wort nicht hören, füllen andere Dinge (Netflix, TikTok) unser Leben
  • Wir müssen vom Hören zum Tun kommen

Biblische Grundlagen

Direkt zitiert

Jesaja 65,11-12

Aber ihr, die ihr den Herrn verlasst und meines heiligen Berges vergesst, die ihr dem Gat einen Tisch zurichtet und dem Meni vom Trankopfer voll einschenkt... Ich redete und ihr habt nicht gehört, sondern tatet, was mir nicht gefiel, und erwähltet, wonach ich kein Verlangen hatte.

Psalm 37,5

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen.

Weitere Referenzen

  • Richter 2
  • Offenbarung 2 (Sendschreiben an Ephesus)
  • 2. Petrus 2
  • Hebräer 10
  • Jeremia 22

Praktische Anwendung (6)

  • 1 Die erste Liebe zu Jesus erneuern: Prüfe, ob deine Beziehung zu Jesus noch brennt oder eingerostet ist. Nutze die beginnende Passionszeit (ab Mittwoch), um dich neu auf den Herrn auszurichten und die erste Liebe wiederzubeleben.
  • 2 In der biblischen Lehre wachsen: Beschäftige dich aktiv mit Gottes Wort und wachse in der Lehre. Lass nicht zu, dass weltliche Dinge (Netflix, soziale Medien) mehr Zeit bekommen als das Studium der Bibel.
  • 3 Gemeinschaft mit anderen Christen pflegen: Verlasse nicht die Versammlung der Gläubigen. Suche aktiv die Gemeinschaft (Koinonia) mit Brüdern und Schwestern, denn ohne sie wirst du von der Welt gefangen genommen.
  • 4 Das Kreuz von Golgatha zentral halten: Richte dein Leben nach dem Kirchenjahr aus, besonders in der Passionszeit. Lass nicht zu, dass Arbeit, Urlaub, Hobbys oder andere Dinge wichtiger werden als das Kreuz Christi.
  • 5 Gott allein dein Leben bestimmen lassen: Wende dich ab von Aberglauben, Horoskopen und dem Glauben an Glück und Schicksal. Befiehl dem Herrn deine Wege nach Psalm 37,5 und vertraue darauf, dass er allein dein Leben lenkt.
  • 6 Vom Hören zum Tun kommen: Höre nicht nur auf Gottes Wort, sondern setze es auch um. Wenn Gott dir etwas deutlich gesagt hat (z.B. 'Fürchte dich nicht', 'Vergib'), dann tue es auch konkret in deinem Alltag.