Zurück zum Kirchenfinder

Ev. Freikirche Kreuzheide

Franz-Marc-Straße 3-5, 38448 Wolfsburg

Eine Gemeinde von über 200 Mitgliedern mit Programmen für alle Altersgruppen und einem herzlichen Miteinander.

Täglicher Impuls
Mittwoch

Die Gefahr der Verantwortungsflucht

Pilatus erkannte Jesu Unschuld und erklärte öffentlich: 'Ich kann keine Schuld an ihm finden.' Nach römischem Gesetz hätte der Prozess damit enden müssen. Doch statt gerecht zu urteilen, suchte Pilatus nach einem Ausweg. Er fürchtete den Aufruhr und die politischen Konsequenzen. Anstatt klar Position zu beziehen, versuchte Pilatus, seine Verantwortung auf die Menge abzuwälzen. Er bot ihnen die Wahl zwischen Jesus und Barabbas. Das Ergebnis war verheerend: Der Unschuldige wurde verworfen, der Schuldige freigelassen. Es gibt Momente im Leben, in denen wir Verantwortung tragen - in der Familie, bei der Arbeit, in der Gemeinde, in der Gesellschaft. Wenn wir unserer Verantwortung ausweichen und sie einfach anderen überlassen, entstehen genau die Ungerechtigkeiten, die wir vermeiden wollen. Pilatus zeigt uns, wohin Verantwortungsflucht führt: zu Unrecht und Leid.

Johannes 18,38-40
Gebet

Bete um Mut und Weisheit, die Verantwortung zu übernehmen, die Gott dir anvertraut hat, und gerecht zu handeln.

Herausforderung

Gibt es Bereiche in deinem Leben, in denen du Verantwortung trägst, aber versuchst, sie auf andere abzuwälzen?

"

Aufnahme vom 22. Februar 2026

Predigt

Livestream der Freikirche Kreuzheide am 22.02.2026

Sonntag, 22. Februar 2026
Hebräer 13,5-6
Kernaussage

Die Wüste - als Ort der Stille und Abgeschiedenheit - ist ein segensreicher Ort, an dem alles Überflüssige wegfällt und das Wesentliche zum Vorschein kommt. Gott führt uns immer wieder in solche Zeiten der Ruhe, damit wir ihm, uns selbst und unseren Nächsten begegnen können. Nur wenn wir uns bewusst von der Betriebsamkeit des Lebens zurückziehen, können wir emotional aufräumen, zur Besinnung kommen und für Gottes Wirken vorbereitet sein.

Dieser Gottesdienst der Evangelischen Freikirche Kreuzheide behandelt das Thema "Gesunde Gemeinde" und fokussiert sich besonders auf die Bedeutung von Stille, Ruhe und Abgeschiedenheit im geistlichen Leben. Nach Lobpreiszeit, Ankündigungen und einem Missionsbericht liegt der Schwerpunkt auf einer ausführlichen Predigt über das "Prinzip Wüste". Die Predigt untersucht, wie biblische Figuren wie Johannes der Täufer, Mose, David und Jesus selbst die Wüste als Ort der Begegnung mit Gott nutzten. Der Gottesdienst beinhaltet mehrere wichtige Elemente: Die Ankündigung eines neuen Kurses für Menschen, die eine Scheidung durchlebt haben, einen Bericht über die Missionsarbeit von Gabi in Australien und Vietnam, sowie praktische Impulse für das geistliche Leben. Die Hauptbotschaft ermutigt die Gemeinde, bewusst Zeiten der Stille und Abgeschiedenheit zu suchen - sei es durch tägliche Gebetszeiten, einen wöchentlichen Ruhetag, Spaziergänge in der Natur oder sogar längere Auszeiten. Die zentrale Aussage lautet: In der Wüste fällt alles Überflüssige weg und das Wesentliche - die Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen und zu sich selbst - kann zum Vorschein kommen.

Hauptthemen (4)

1. Das Prinzip der Wüste in der Bibel

  • Die Wüste gilt biblisch als lebensfeindlicher Ort, wird aber zu einem Ort des Segens
  • Viele biblische Gestalten wurden von Gott in die Wüste geführt: Abraham/Hagar, Mose (40 Jahre), das Volk Israel (40 Jahre), David, Johannes der Täufer, Jesus (40 Tage), Elia
  • In der Wüste begegnet Gott den Menschen auf besondere Weise
  • Die Wüste ist der Ort, an dem alles Überflüssige wegfällt und das Wesentliche sichtbar wird

2. Johannes der Täufer und die Wüstenpredigt

  • Johannes predigte bewusst in der Wüste, nicht in Jerusalem
  • Die Menschen machten sich auf den Weg zu ihm und wurden dabei vorbereitet
  • Auf dem Weg zur Wüste passierte dreierlei: Zeit nehmen, Gespräche führen, Abgeschiedenheit erleben
  • In der Stille kommen Emotionen hoch und können Raum bekommen
  • Eine Botschaft braucht einen vorbereiteten Boden

3. Die Gefahr der ständigen Ablenkung

  • Viele Menschen haben Angst vor Ruhe und Stille
  • Ständige Unterhaltung und Ablenkung (Handy, Fernsehen, etc.) verhindern Selbstreflexion
  • Unterdrückte Emotionen führen zu körperlichen, psychischen und sozialen Folgen
  • Wir sind es gewohnt, ständig unterhalten zu werden und lenken uns von uns selbst ab

4. Jesus als Vorbild für Rückzug und Ruhe

  • Jesus zog sich immer wieder in die Wüste zum Gebet zurück
  • Er ließ sogar Menschen stehen, die Heilung suchten, um Zeit in der Stille zu haben
  • Selbst Gott ruhte am siebten Tag nach der Schöpfung als Vorbild für uns
  • Wenn wir ruhen, berühren wir unsere Gottesebenbildlichkeit

Biblische Grundlagen

Direkt zitiert

Hebräer 13,5-6

Euer Lebenswandel sei frei von Geldliebe. Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist, denn er selbst hat gesagt, ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen. So können wir nun zuversichtlich sagen: Der Herr ist mein Helfer und deshalb fürchte ich mich nicht vor dem, was ein Mensch mir antun könnte.

Matthäus 6,6

Wenn du betest, geh an einen Ort, wo du allein bist, schließ die Tür hinter dir zu und bete in der Stille zu deinem Vater. Dann wird dich dein Vater, der alle Geheimnisse kennt, belohnen.

1. Mose 2,2-3

Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk und ruhte von seiner Arbeit aus. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig, weil es der Tag war, an dem er sich von seiner Schöpfungsarbeit ausruhte.

Lukas 5,15-16

Die Menschen strömten herbei, um ihn predigen zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Jesus zog sich jedoch immer wieder zum Gebet in die Wüste zurück.

Matthäus 3,1-2

Um diese Zeit fing Johannes der Täufer an, in der Wüste von Judäa zu predigen. Das war seine Botschaft: Kehrt um und wendet euch Gott zu, denn das Himmelreich ist nahe.

Hebräer 13,20-21

Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes, rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit er seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Weitere Referenzen

  • 1. Mose (Hagar in der Wüste)
  • 2. Mose (Mose 40 Jahre in der Wüste)
  • 4. Mose (Israel 40 Jahre in der Wüste)
  • 1. Samuel (David in der Wüste)

Praktische Anwendung (8)

  • 1 Richte dir einen Gebetsort ein: Schaffe dir einen festen Ort in deiner Wohnung oder deinem Haus, der nur zum Beten und zur Stille da ist. Gehe dort morgens für 10 Minuten hin, bevor der Tag startet.
  • 2 Nutze den Ruhetag bewusst: Der Sonntag ist gesetzlich geschützt - nutze ihn für Quality Time mit Gott, deiner Familie und dir selbst. Verzichte an diesem Tag auf deine To-Do-Liste und komme zur Ruhe.
  • 3 Gehe spazieren ohne Ablenkung: Mache regelmäßig Spaziergänge ohne Handy, ohne Hörbuch und ohne Hund. Setze dich auf eine Bank und feiere Gott für die Schönheit der Schöpfung.
  • 4 Buche eine Auszeit im Kloster: Nimm dir eine Woche Urlaub und buche eine Schweigewoche oder Bibelwoche in einem Kloster, um bewusst Zeit in der Stille mit Gott zu verbringen.
  • 5 Besteige einen Berg: Fahre in die Berge und besteige bewusst einen Gipfel. Diese Zeit der Anstrengung und Abgeschiedenheit kann zu tiefen geistlichen Erfahrungen führen.
  • 6 Führe ein Tagebuch: Kaufe dir ein Tagebuch und einen guten Kugelschreiber und schreibe jeden Abend 10 Minuten auf, was du erlebt hast und was dir durch den Kopf geht.
  • 7 Erwäge ein Sabbatjahr: Nutze die rechtliche Möglichkeit eines Sabbatjahres in Absprache mit deinem Arbeitgeber, um bewusst aus der Betriebsamkeit auszusteigen und zu Gott, dir selbst und deinen Liebsten zu finden.
  • 8 Gönne dir Stille statt ständiger Unterhaltung: Verzichte bewusst auf permanente Berieselung durch Fernsehen, Radio oder Handy. Schaffe Raum für Stille, in der Emotionen hochkommen und verarbeitet werden können.